HERRNHUTER UND DELAWARE
In der Mitte des 18. Jahrhunderts brachen deutsche Missionare der Herrnhuter Brüdergemeine aus der Oberlausitz und der Wetterau nach Nordamerika auf, um dort unter der indigenen Bevölkerung zu missionieren. Bald konzentrierte sich ihre Mission auf die Delaware, die damals unter anderem entlang des Delaware Flusses in Pennsylvania lebten. Ursprünglich stammte dieser Stamm von der Ostküste in New Jersey, wo sie in weitverzweigten Gruppen lebten, die einen eher losen politischen Zusammenhang bildeten, doch unter dem wachsenden Druck der europäischen Siedler wichen sie immer weiter nach Westen aus. In den folgenden Jahren bauten die Herrnhuter Missionare zahlreiche Missionssiedlungen auf, in denen sie versuchten, die Delaware zum Christentum zu bekehren, und sie an eine europäische Lebensweise mit Ackerbau und dauerhaften Siedlungen zu gewöhnen. Die Missionare erkannten aber auch, dass es in einer Zeit der Verfolgung und Massaker fast nur darum ging, Leben zu retten.
Viele Jahre erfuhren die Missionssiedlungen großen Zulauf – bis der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg alles veränderte. Die in den Missionssiedlungen lebenden Delaware gerieten zwischen die Fronten von Engländern und Amerikanern. Die Briten verdächtigten die Missionare und die bei ihnen lebenden Delaware bald, amerikanische Spione zu sein und nahmen sie mit Hilfe der mit ihnen verbündeten Wyandot gefangen und verschleppten sie im Winter 1781 an den oberen Sandusky. Der Hunger jedoch trieb einige der ehemaligen Konvertiten im März 1782 zurück in die verlassenen Siedlungen, weil sie hofften, dort etwas von der zurückgelassenen Ernte zu finden. Amerikanische Truppen unter Colonel Williamson spürten sie auf und ermordeten 90 Männer, Frauen und Kinder auf grausame Weise. Dieses Ereignis veränderte die Beziehungen zwischen den Lenapé und den Herrnhutern, manche warfen den Missionaren vor, die Missionsindianer an die Soldaten ausgeliefert zu haben.
Unter dem Schutz des „Indianermissionars“ David Zeisberger gelangten die Überlebenden ins heutige kanadische Ontario und gründeten 1792 Fairfield. 1813 wurde der Ort von amerikanischen Truppen im Zuge der „Schlacht am Thames River“ niedergebrannt. Das Dorf und die Missionsstation wurden als „Moraviantown“ (Mährischer Ort) wiederaufgebaut. Das Reservat hieß bis zum Zeitpunkt der Dreharbeiten so.
Heute leben in Moraviantown die Nachfahren jener Missionsindianer, die zusammen mit Herrnhuter Missionaren vor den Truppen flohen. Die Herrnhuter gaben die Missionsstation 1902 auf. Zurück blieben viele Hinterlassenschaften, von Werkzeugen über Bibeln und Kleidung, die in einem Museum in Moraviantown zu besichtigen sind. Die Delaware versuchen bereits seit vielen Jahren, ihre Traditionen zu rekonstruieren und für die Zukunft zu bewahren, denn der weiße Kolonialismus hat viel davon zerstört. Seit dem Weggang der Missionare gab es keinen Austausch mehr zwischen Missionaren und Delaware. Viele Fragen sind seit Generationen offen. MANHATTAN CONNECTION begleitet die Spurensuche der Delaware.
MORAVIANS AND DELAWARE
In the middle of the 18th century, German missionaries of the Moravian Church from Upper Lusatia and Wetterau set out for North America to proselytize among the indigenous population. Their mission soon focused on the Delaware, who at the time lived along the Delaware River in Pennsylvania, among other places. Originally this tribe came from the east coast in New Jersey, where they lived in widely dispersed groups that formed a rather loose political connection, but under the growing pressure of the European settlers they moved further and further west. In the following years, the Herrnhut missionaries built numerous mission settlements in which they attempted to convert the Delaware to Christianity and accustom them to a European way of life with agriculture and permanent settlements.
For many years, the mission settlements were very popular – until the American War of Independence changed everything.The Delaware living in the mission settlements were caught between the British and the Americans.The British soon suspected the missionaries and the Delaware living with them of being American spies and captured them with the help of the allied Wyandot and deported them to the upper Sandusky in the winter of 1781.Hunger, however, drove some of the former converts back to the abandoned settlements in March 1782, hoping to find some of the crops they had left behind.American troops under Colonel Williamson tracked them down and cruelly murdered 90 men, women and children.This event permanently changed relations between the Lenapé and the Herrnhutians, and the missionaries were accused of having handed the mission Indians over to the soldiers.
Under the protection of the “Indian missionary” David Zeisberger, the survivors arrived in what is now Ontario, Canada, and founded Fairfield in 1792.In 1813, the village was burned down by American troops.The village and the mission station were rebuilt as “Moraviantown”.The reservation is still called this today.
Today, the descendants of the mission Indians who fled from the troops together with Herrnhut missionaries live in Moraviantown.The Herrnhut missionaries abandoned the mission station in 1902. Many legacies were left behind, from tools to Bibles and clothing, which can be viewed in a museum in Moraviantown. The Delaware have been trying for many years to reconstruct their traditions and preserve them for the future, as white colonialism, of which the Herrnhut missionaries were a part, has destroyed much of it. Since the departure of the missionaries, there has been no exchange between missionaries and Delaware. Many questions have remained unanswered for generations. “Manhattan Connection” accompanies the Delaware’s search for traces.